Politische Ökonomie

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euro stabilisierenRudolf Hickel, Johann-G. König
EURO stabilisieren. EU demokratisieren
Kellner Verlag, Bremen 2014, 288 Seiten
EUR (D): 14,90 €

Prof. Dr. Rudolf Hickel analysiert die Ursachen der tiefgreifenden Euro- Systemkrise. Zu deren Überwindung entwickelt er praxisnahe und instrumentierbare Ansatzpunkte. Den Euro retten als monetäre Basis einer Wirtschafts- und Politischen Union, aber nicht zu Gunsten der Banken und Hedgefonds, sondern der Menschen.

Dr. Johann-Günther König hinterleuchtet den unnötig komplizierten und nur vorgeblich demokratischen EU-Betrieb, gleicht die politischen Ziele mit der Realität des unhaltbar großen Wirtschafts- und Wohlstandsgefälles zwischen den Mitgliedstaaten ab und macht die ›Sollbruchstellen‹ der EU deutlich.

„Rudolf Hickel ist seit vielen Jahren die wohl wichtigste Stimme unter den alternativen Ökonomen. Er hat sich für sein jüngstens Buch mit dem Sozialwissenschaftler Johann-Günther König zusammengetan, und das ergibt eine sehr attraktive Mischung. In bewährter Manier skizziert zunächst Hickel die ‚kurzatmige Rettungstechnokratie‘ der EU, von den ‚Geburtsfehlern des Euro‘ […] über die Weigerung, das außenwirtschaftliche Ungleichgewicht und vor allem die deutschen Exportüberschüsse zu reduzieren, bis hin zur immer noch vollkommen unzureichenden Bankenregulierung. Besonders lesenswert auch der kurze Blick auf Schlaglichter wie die Rolle von Goldman Sachs bei der Verschleierung des griechischen Haushaltsdefizits. Vor allem aber präsentiert Hickel, verbunden mit einem klaren Plädoyer für den Erhalt der Gemeinschaftswährung, eine wirtschaftspolitische ‚Agenda‘, zu der die Idee eines ‚Marshallplans‘ für Investitionen ebenso gehört wie ein gemeinsamer ‚Schuldenentlastungsfonds‘ der Eurostaaten. Schon dieses Lehrstück über Europas ungenutzte Chancen hätte jene Aufmerksamkeit verdient, die eine großkoalitionär verkrustete öffentliche Meinung mehrheitlich nicht mehr aufbringt. Doch seinen besonderen Reiz erhält dieses Buch dadurch, dass Co-Autor König Hickels Prozedere im zweiten Teil mit Blick auf die Verfasstheit einer künftigen ‚Europäischen Wohlfahrtsunion‘ wiederholt. Diese Wohlfahrtsunion und die Idee vom europäischen ‚Vielvölkervolk‘, das die Einheit erst erkämpft und dann trägt, mag utopisch erscheinen – und König weist selbst auf die Größe der Aufgabe hin, wenn er der Habermas’schen Idee eines Verfassungskonvents Wolfgang Streecks Warnung entgegenhält, bei zu frühem Start könne er an nationalen und vor allem regionalen Partikularinteressen scheitern. Aber das macht die Skizze für ein einiges und wohlfahrtstaatliches Europa weder falsch noch überflüssig.“ (Stephan Hebel, in: FRANKFURTER RUNDSCHAU, Dezember 2014)

 

autokriseJohann-Günther König
Die Autokrise
zuKlampen, Springe 2009
280 Seiten; 19,80 €

Über das Auto gibt es fast nur Bilderbücher für träumende Familienväter. Doch der Traum ist ausgeträumt. Höchste Zeit für ein kritisches Buch über jene Kräfte, von denen Deutschland in die Abhängigkeit vom Auto getrieben wurde. Was als globale Finanzkrise begann, hat sich längst zu einer globalen Wirtschaftskrise ausgewachsen. Die stößt nun mit voller Macht in die offene Flanke des bis eben noch stolzen »Exportweltmeisters« Deutschland: der Abhängigkeit vom Fahrzeugbau und -export. Dabei waren die Vorboten der Autokrise schon lange zu sehen. Der Dauerstau und die LKW-Kolonnen auf den Autobahnen etwa, der permanente Parkplatzkollaps, die Ölknappheit und die Klimaschädigung offenbaren seit längerem eine falsche Ausrichtung der Verkehrspolitik. Johann-Günther König zeigt in seinem packenden Buch, dass die aktuelle Autokrise tiefere Gründe hat. In der neoliberalen Ära wurde die Privatisierung des Verkehrs forciert. Dieses Modell einer weitgehend privaten Organisation der sozialen Aufgabe des Güter- und Personenverkehrs ist kollabiert. Eine neue Ausrichtung von Verkehrs- und Wirtschaftspolitik ist daher das Gebot der Stunde.

„Die Deutschen lieben ihr Auto — eine verhängnisvolle Affäre, denn der Traum von der Freude am Fahren ist wohl ausgeträumt. Die Automobilbranche (mit rund 15 Prozent aller nationalen Erwerbstätigen) leidet an ihrer selbst initiierten Überproduktion. König zeichnet den Siegeszug und Fall des Automobils in Deutschland historisch fundiert und mit zahlreichen Belegen aus Wissenschaft, Politik und den Medien nach. Seine Kritik: Ungeachtet der weltweiten Absatzflaute wird auch jetzt noch munter weiterproduziert. Dabei hat jedes Unternehmen nur den eigenen Profit im Visier. Alle agieren in der Hoffnung, am Ende der größte Fisch im Becken zu sein und dabei nicht auf der Strecke zu bleiben. Die staatlichen Subventionen und Rettungspakete verhindern dringend notwendige ökologische Umsteuerungen im Verkehrswesen. […]

Königs Botschaft jedenfalls ist klar: Ein Verkehrswesen, das noch den letzten Rest Öl aus dem Boden holt, um es als giftige Abgase in die Luft zu blasen, kann nicht mehr das Modell für kommende Generationen sein. […] Königs Buch vermittelt ein grundlegendes Verständnis für die Entwicklung einer nach wie vor einem ständigen Wandel unterworfenen Krise. Dabei lässt er interessante umwelt- und wirtschaftspolitische Aspekte mit einfließen. Ein Wirtschaftsschmöker zur Lage der Nation — klug, pointiert und gespickt mit allerhand Detailwissen zu den aktuellen Vorgängen bei Opel und Co.“ (NÜRNBERGER NACHRICHTEN, 11.7.2009)

 

geldJohann-Günther König
Was hat das große Geld mit uns vor
Patmos Verlag, Düsseldorf 2008
190 Seiten; 19,90 €

„Es ist doch sonderbar bestellt,
Sprach Hänschen Schlau zu Vetter Fritzen,
Dass nur die Reichen in der Welt
Das meiste Geld besitzen.“
(Gotthold Ephraim Lessing)

Unsere Reallöhne sinken, nur nicht die der cleveren Manager. Der globale Finanzmarkt wird immer mehr zu einem Labyrinth, in dem Spekulanten und Lobbyisten ihr undurchsichtiges Spiel treiben. Sie vernichten durch ihren ‚gesunden Eigennutz’ Unternehmen und auskömmlich entlohnte Arbeitsplätze, erleichtern die öffentlichen Kassen durch Steuerhinterziehung bzw. das Ausnutzen von Steuererleichterungen speziell für die Vermögenden und setzen sich rücksichtslos über demokratische Regeln und soziale und ökologische Allgemeininteressen hinweg. König enthüllt in diesem neuen, spannend erzählten Sachbuch die verborgenen Zusammenhänge von großem Geld, Schulden, Zinsen und gefügiger Politik.

„Der Autor beschreibt mit einer geradezu überbordenden Fülle von Fakten, wie sich die ohnehin labyrinthisch organisierten internationalen Finanzmärkte weitgehend jeder demokratischen Kontrolle entzogen haben, wie sie mit vermeintlicher Ressourcenknappheit ihr überaus einträgliches Spielchen treiben und dabei gesellschaftliche Verantwortung nur allzu selten noch als ein Handlungskriterium ins Kalkül ziehen. Alles Polemik? Natürlich. Johann-Günther König polemisiert allein durch die Tatsache, dass er in seinem neuen Buch Armutstendenzen in unterschiedlichen Gesellschaften und ihre erschreckenden Ausprägungen

 

lobbyisten Johann-Günther König
Die Lobbyisten
Patmos Verlag, Düsseldorf 2007
320 Seiten, 19,90 €

Lobbyisten sind die professionellen Interessenvertreter der wirtschaftlichen Macht gegenüber den gewählten Regierungen. Ihr Einfluss und ihr Druck auf die Politiker wächst unaufhaltsam – national und international. Mehr als 6000 agieren in Berlin, 15 000 in Brüssel, 27 000 in Washington. Viele Gesetze sind – bis hin zum Wortlaut – das unmittelbare Werk von Lobbyisten. Kein Wähler hat sie je gewählt – sind sie dennoch unsere heimlichen Herrscher? Johann-Günther König enthüllt die Fakten und Hintergründe.

„…Eine Pflichtlektüre für alle, die sich über dieses brandaktuelle, aber nach wie vor mit dem Odium des Geheimnisvollen umgebenen, Thema informieren wollen. Ein sehr gut recherchiertes und spannend geschriebenes Buch. […] König behandelt sein Thema recht umfassend und verweist auch an Hand verschiedener Beispiele aus der US-amerikanischen und deutschen Geschichte darauf, dass diese Art der gezielten Beeinflussung der politischen Meinungsbildung und Beschlussfassung kein absolut neues Phänomen ist. […] Der Autor behandelt auch ausführlich die Entwicklung des Lobbyismus in der Europäischen Union. In diesem Zusammenhang ist es ganz anschaulich zu wissen, dass den rund 15000 EU-Beamten in Brüssel ebenso viele Lobbyisten (!) gegenüberstehen, deren Mitwirkung an der Gesetzgebung im Rahmen der EU von vielen ‚Eurokraten‘ als recht positive Unterstützung ihrer Tätigkeit betrachtet wird. König beschreibt, wie nahezu alle wichtigen Gesetze und Bestimmungen ganz wesentlich in großteils informellen Gremien vorberaten und damit stark beeinflusst werden.“ (INTERNATIONAL. Zeitschrift für internationale Politik, 2007)

 

finanzkrimiJohann-Günther König
Finanzkriminalität

Geldwäsche, Insidergeschäfte, Spekulation
Edition Suhrkamp, Frankfurt/M. 2003
198 Seiten, 10,00 €

Nach wie vor gilt, dass in keinem Bereich des Verbrechens so viel Geld verdient wird wie mit den Verbrechen, die mit Geld verübt werden. Mit welchen Mitteln und Einrichtungen die demokratischen Gesellschaften gegen die Finanzkriminalität angehen können bzw. könnten, ist eine Frage, die dieses Buch zu beantworten sucht.

“…Schwindelerregend mag der Leser einen Punkt finden, für den König indes überhaupt nichts kann: Für die horrenden Summen, um die es in seinem Buch geht: laut Internationalem Währungsfond kursieren weltweit Gelder aus krimineller Herkunft in einer Höhe von 600 bis 1500 Milliarden US-Dollar! Und der Trend geht eindeutig nach oben… Das Buch schafft einen guten Überblick in einer interessanten Materie, und kommt dabei mit nicht einmal 200 Seiten aus.” (SWR2-Buch-Tipp, März 2003)

 

boerseJohann-Günther König, Manfred Peters

Börse

Aktien und Akteure
Edition Suhrkamp, Frankfurt/M. 2002
260 Seiten, 10,00 €

“Die Börse hat eine wichtige volkswirtschaftliche Funktion”, spottete Kurt Tucholsky, “ohne sie verbreiten sich die Witze wesentlich langsamer”. Aber was leistet sie darüber hinaus? Folgt sie einer Logik? In diesem Buch geht es um all das, was die Aktienkurse “freundlich” oder “seitwärts” bewegt oder sie “abstürzen” lässt. Es wird dargelegt, wie die Wertpapierbörse entstanden ist, wie sie sich historisch entwickelt hat, wie sie funktioniert und welche Bedeutung sie für Gesellschaft und Volkswirtschaft hat. Was Unternehmen sich von einem Börsengang versprechen und wie sie an die Börse kommen, wird ebenso beleuchtet wie die Rolle, die kleine und große Anleger dabei spielen. Nicht zuletzt wird deutlich, wer die Nutznießer des Börsenspiels sind.

“…Die Autoren stellen die Entwicklung der Börse in den vergangenen vier Jahrhunderten kurz vor. Sie analysieren ihre wirtschaftlichen Funktionen und diagnostizieren einen erheblichen Wandel ihrer Aufgaben. So wird sich die zukünftige Börse vermutlich ganz von dem Parkett lösen, da die elektronischen Handelsplattformen dominant werden. Auch ihre Finanzierungsfunktion ist praktisch verloren gegangen. Deutsche Großunternehmen finanzieren sich kaum noch über die Börse… Der Leser erfährt viel über die aktuellen Entwicklungen der Börsen“ (SWR2-Buch-Tipp, Juni 2002)